ORANGERIE KÜBEL HUTSCHENREUTHER

FÜR DEN DRESDNER ZWINGER

Nahezu unbekannt geblieben sind die in den Jahren um 1936 in Meissen und bei Hutschenreuther Selb geschaffenen Orangerie Kübel aus Porzellan für den Dresdner Zwinger. Anlass dafür war die erste grosse Restauration des Zwingers in Dresden. Bei dieser Gelegenheit entsann man sich des ursprünglichen Zwecks des Zwingers als einer „Orangerie Royale“. Die 1936 von Professor Ermisch, Direktor Max Adolf Pfeiffer als Leiter der Meissner Manufaktur und Professor Fritz Fichtner als Direktor der Staatlichen Porzellansammlung versuchsweise in Meissen hergestellten Nachbildungen der chinesischen Kübel sind zum grössten Teil verloren gegangen. Max Adolf Pfeiffer, der auch für Lorenz Hutschenreuther in Selb arbeitete, gab hier die Anregung, ebenfalls Orangerie Kübel zu fertigen. Professor Julius Vinzenz Guldbrandsen (Dänemark) übernahm die Bemalung in Unterglasur Kobaltblau.

Einer dieser Töpfe stellt einen chinesischen Fischkübel dar, ein anderer zeigt die in China so beliebten Päonien. Zur Lieferung nach Dresden kamen zum Beispiel Töpfe mit Sonnenblumen und Tulpen. Guldbrandsen hatte jedoch Duplikate der Töpfe für Hutschenreuther mit den gleichen Motiven bemalt. Diesem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass man im Museum Porzellanikon in Hohenberg an der Eger diese Orangerie Kübel gezeigt werden können.

ORANGERIE KÜBEL

ORANGERIE KÜBEL

Orangeriekübel, gefertigt für den Dresdner Zwinger 1936. Unterglasur Kobalt Handmalerei von Prof. Julius von Guldbrandsen bei Lorenz Hutschenreuther, Selb – Bauscher Weiden 1934.