Kirchenlamitz Winterling

Kirchenlamitz Winterling wird 1920 als Zweigwerk der von Eduard Winterling ein Jahr zuvor gekauften Firma Schaller & Co. in Schwarzenbach an der Saale gegründet. Der Betrieb in Kirchenlamitz ist später um einiges grösser als der in Schwarzenbach. Die eigentliche Geschichte der Firma beginnt aber bereits 40 Jahre früher“, weiss Werner Bergmann: im Jahr 1880. Georg Adam Winterling (1849 bis 1906) hat fünf Söhne: Eduard, Heinrich, Karl, Gustav und Ferdinand. Der Vater, erst Metzger, dann Viehhändler, ist Mitbegründer der Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Cie in Rehau, kauft 1903 die Porzellanfabrik Drechsel und Strobel in Marktleuthen und nimmt drei Jahre später die Gebrüder Winterling OHG in Röslau in Betrieb.

Alle seine fünf Söhne werden später Porzellanunternehmer. Das Geschäft blüht. „Dank ihrer vielen und guten Exportverbindungen“, so Bergmann, übersteht die Firma selbst die Wirtschaftskrise 1928/29 und kann sogar noch auf dem Höhepunkt der Krise die Vollbeschäftigung aufrechterhalten. Eduard, Chef in Kirchenlamitz, stirbt 1943 an den Folgen einer Operation in Zwickau. Seine Söhne – zunächst Otto, von 1959 an auch Hermann (heute 101 Jahre alt) – führen die Firma weiter. Im Juni 1992 werden die bestehenden offenen Handelsgesellschaften der Winterling-Gruppe in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Ziel: klare Führungs- und Entscheidungsstrukturen schaffen. Der Aufsichtsrat bestellt Dr. Hermann Winterling junior zum Vorstandsvorsitzenden. Die Kirchenlamitz Winterling Porzellan AG zählt 1992 zu den vier grössten Unternehmen dieser Branche. Nach Öffnung der Grenzen sieht sich das Unternehmen schärfster Konkurrenz aus Osteuropa und Fernost ausgesetzt. Darauf folgt 1993 das erste negative Betriebsergebnis und es kommt immer wieder zu Entlassungen. Im Mai 1996, die AG ist bis auf 1450 Mitarbeiter geschrumpft, wechselt Hermann Winterling junior in den Aufsichtsrat und der Unternehmensberater Birger Ihle wird zum Alleinvorstand gemacht.

Unter seiner Führung übernimmt die Kirchenlamitz Winterling AG die defizitäre Wohnen-Sparte des Konkurrenten Hutschenreuther AG. Mit 2600 Mitarbeitern entsteht der grösste Porzellanhersteller Deutschlands. Aber die Regel, dass zwei Kranke zusammen keinen Gesunden ergeben, bewahrheitet sich auch hier: Im September 1999 muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.

WINTERLING Kirchenlamitz KONZERN

Der Kirchenlamitzer Werner Bergmann hat alle wesentlichen Fakten über die Unternehmens-Gruppe zusammengetragen. Mehr als 100 Jahre ging es mit der Firma Winterling stetig bergauf; nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft begann der Niedergang. Der Kirchenlamitzer Geschichts- und Heimatforscher Werner Bergmann hat die Geschichte des Porzellanherstellers, der noch kurz vor seiner Insolvenz zum bundesweiten Branchenprimus aufgestiegen war, genau aufgearbeitet. Unter dem Titel „Weißes Gold aus Kirchenlamitz“ hat Bergmann akribisch die wesentlichen Fakten der Entwicklung des Familienunternehmens zusammengetragen.

Die Fabrik in Kirchenlamitz wird 1920 als Zweigwerk der von Eduard Winterling ein Jahr zuvor gekauften Firma Schaller & Co. in Schwarzenbach an der Saale gegründet. Der Betrieb in Kirchenlamitz ist später um einiges größer als der in Schwarzenbach. Die eigentliche Geschichte der Firma beginnt aber bereits 40 Jahre früher“, weiß Werner Bergmann: im Jahr 1880. Georg Adam Winterling (1849 bis 1906) hat fünf Söhne: Eduard, Heinrich, Karl, Gustav und Ferdinand. Der Vater, erst Metzger, dann Viehhändler, ist Mitbegründer der Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Cie in Rehau, kauft 1903 die Porzellanfabrik Drechsel und Strobel in Marktleuthen und nimmt drei Jahre später die Gebrüder Winterling OHG in Röslau in Betrieb.

Alle seine fünf Söhne werden später Porzellanunternehmer. Das Geschäft blüht. „Dank ihrer vielen und guten Exportverbindungen“, so Bergmann, übersteht die Firma selbst die Wirtschaftskrise 1928/29 und kann sogar noch auf dem Höhepunkt der Krise die Vollbeschäftigung aufrechterhalten. Eduard, Chef in Kirchenlamitz, stirbt 1943 an den Folgen einer Operation in Zwickau. Seine Söhne – zunächst Otto, von 1959 an auch Hermann (heute 101 Jahre alt) – führen die Firma weiter. Im Juni 1992 werden die bestehenden offenen Handelsgesellschaften der Winterling-Gruppe in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Ziel: klare Führungs- und Entscheidungsstrukturen schaffen. Der Aufsichtsrat bestellt Dr. Hermann Winterling junior zum Vorstandsvorsitzenden. Die Kirchenlamitz Winterling Porzellan AG zählte 1992 zu den vier größten Unternehmen dieser Branche. Nach Öffnung der Grenzen sieht sich das Unternehmen schärfster Konkurrenz aus Osteuropa und Fernost ausgesetzt. Darauf folgt 1993 das erste negative Betriebsergebnis und es kommt immer wieder zu Entlassungen.

Im Mai 1996, die AG ist bis auf 1450 Mitarbeiter geschrumpft, wechselt Hermann Winterling junior in den Aufsichtsrat und der Unternehmensberater Birger Ihle wird zum Alleinvorstand gemacht. Unter seiner Führung übernimmt die Winterling AG die defizitäre Wohnen-Sparte des Konkurrenten Hutschenreuther AG. Mit 2600 Mitarbeitern entsteht der größte Porzellanhersteller Deutschlands. Aber die Regel, dass zwei Kranke zusammen keinen Gesunden ergeben, bewahrheitet sich auch hier: Im September 1999 muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.