GRUPPE 21 – ZERO

ZUSAMMENSCHLUSS 24 FIRMEN

Die Gruppe 21 war ein Zusammenschluss von 21 europäischen Firmen. Eigentlich standen diese Firmen im Wettbewerb, da sie alle Erzeugnisse für „Tisch und seiner Umgebung“ herstellten. Aber – was sie zu trennen scheint, verbindet sie: die Konzeption, nur solche Produkte anzubieten, die funktionell, formal und ästhetisch Ausdruck unserer Zeit waren und die zu unseren Wohnungen und zu unseren Lebensgefühl passten.

Diese Firmen waren in neun europäischen Ländern zuhause. Von ihrer Marktbedeutung her gehörten sie zu den führenden Herstellern. Der Wunsch sich als Gemeinschaft darzustellen, entstand bereits 1964. 14 Firmen hatten ihre Werke in EFTA-Ländern, 10 innerhalb der EWG. Einige der 24 Firmen stellen Artikel aus verschiedenen Produktionsbereichen gleichzeitig her: Glasgarnituren und andere Glasartikel boten 11, Bestecke und Metallwaren 8, Service und Geschirrteile aus Porzellan und Steinzeug 7, Unternehmen der Gruppe 21 an. Zwei stellten Tischtextilien und je eine elektrische Tischgeräte beziehungsweise Leuchten und Zubehör her.

Aber was auch die Firmen für das gemeinsame Angebot unter der Bezeichnung Gruppe 21 herstellten: Es muss original in Form, echt im Material und durchdacht in der Funktion sein. Das sind die Kennzeichnen einer ausgewogenen Qualität. Da Glas, Porzellan, Bestecke und anderes Tischzubehör besonders zu Stilimitation und modischer Vergänglichkeit einzuladen schien, waren die Produkte der Gruppe 21 eine wertbeständige Alternative.

UNTERNEHMEN GRUPPE 21

Zu der Gruppe 21 gehörten folgende Firmen: Pott – Deutschland, ARABIA – Finnland, KOSTA – Schweden, Rosenthal – Deutschland, Ed. Wüst – Deutschland, DANSK – Dänemark, ceramano -Deutschland, cristal Daum – Frankreich, RIEDEL – Österreich, GRAL – Deutschland, Wiesenthalhütte – Deutschland, GUSTAVSBERG – Schweden, iillala – Finnland, Braun – Deutschland, Amboss – Österreich, BODA – Schweden, Thomas – Deutschland, Spring – Schweiz, STAFF Leuchten – Deutschland, Royal Leerdam – Holland, Hackmann – Finnland, FINNTEX – Finnland, Norwegen Textil – Norwegen und Rörstrand – Schweden

Die 24 Firmen boten daher den grossen Designer – Persönlichkeiten unserer Zeit ein reiches Betätigungsfeld. Formgestalter, bei denen sich Materialbeherrschung, Erfahrung und Progressivität vereinen – Stig LIndberg, Carl Pott, Luigi Colani, Dieter Rams, Tapio Wirkkala um nur einige zu nennen. Die Zusammenarbeit der Firmen mit der internationalen Designer-Elite war entscheidend für den Anspruch der Gruppe 21, in Qualität und Formgestaltung neue Maßstäbe zu setzen. Aber wie in vielen Lebensbereichen, besteht auch in der Formgestaltung die Gefahr, dass die Evolutionäre von heute zu den Konservativen von morgen werden.

Wer sich von der Aufgabe herausgefordert fühlt, heute das Leben von morgen mitzugestalten, konnte und darf mit dem Erreichten nicht zufrieden sein. Es musste die Anregung für Künftiges werden. Deswegen hatte die Gruppe 21 im Jahr 1970 junge Designer aus Ost- und Westeuropa aufgerufen, sich an dem Design-Wettbewerb zu „Tisch 80“ zu beteiligen. 262 Teilnehmer aus 26 Ländern bewarben sich mit Entwürfen um die ausgesetzen Preise. Die von einer internationalen Jury ermittelten 22 Preisträger waren im Durchschnitt 28 Jahre alt.

Einige der Arbeiten wurden kurz nach dem Ende des Wettbewerbs bereits produziert. Die Zusammensetzung der Jury sorgte dafür, dass jedes ihrer Mitglieder nach seinen eigenen, höchst individuellen Gesichtspunkten und unbeeinflusst entscheiden konnte. Zur Jury gehörten: Josine des Cressonnières (Veraltungsdirektor des Design-Centre Brüssel), Arnold Bode (Professor und Initiator der documenta Kassel), Lord David Queensberry, (Professor am Royal College of Art, London), Dr. christian Wolters (Direktor des Doerner-Institutes der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München) und Dr. Arthur Held (Leiter der Entwurfsabteilung eines keramischen Industrieunternehmens Stockholm).