GOTHAER PORZELLAN

Der kunstsinnige Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822), galt als eine der „geistvollsten und interessantesten, aber auch wunderlichsten und zerfahrensten Persönlichkeiten, die jemals auf einem Thron gesessen haben“ Noch vor Antritt seiner Regierung hatte August im Jahr 1802 die Gothaer Porzellanmanufaktur erworben. Das erfolgreiche Unternehmen war bereits 1757 von dem Gothaer Hofbeamten Wilhelm von Rotberg (1718-1795) als erste Porzellanmanufaktur auf thüringischem Boden gegründet worden.

Nachdem die Manufaktur in den ersten fünfzehn Jahren ihres Bestehens wohl aufgrund der nur unzureichenden Kenntnis des vollen Arkanums mit großen Schwierigkeiten gekämpft und die Produktion eher experimentellen Charakter hatte, war es Wilhelm von Rotberg im Jahr 1772 gelungen, drei künstlerisch gut ausgebildete und erfahrene „Porzelliner“ als Mitarbeiter zu gewinnen: die Maler Christian Schultz und Johann Georg Gabel (1740-1810) sowie den Modelleur Johann Adam Brehm (gest. 1813). Während Schultz seine Ausbildung in der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin genossen hatte, waren Gabel und Brehm zuvor in der Manufaktur Kloster Veilsdorf im benachbarten Herzogtum Sachsen-Hildburghausen tätig gewesen. Zeitgenössische Quellen schreiben Christian Schultz die in der Mitte der 1770er Jahre gelungene Vervollkommnung von Masse und Glasur des Gothaer Porzellans zu.

Die Produktion von figürlichem Porzellan spielte in Gotha lediglich eine untergeordnete Rolle. Bei den wenigen noch erhaltenen Stücken handelt es sich beinahe ausschließlich um Biskuitporzellane. Während die im ausgehenden 18. Jahrhunderts entstandenen Figuren nach Modellen des Gothaer Hofbildhauers Friedrich Wilhelm Doell (1750-1816) thematisch der Antike verpflichtet waren, lag der Schwerpunkt der figürlichen Produktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Porträtplaketten und Büsten.

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Über drei Generationen wurden die Geschicke der Gothaer Porzellanmanufaktur von Mitgliedern der Familie Henneberg gelenkt. Nach dem Tod Johann Christians im Jahr 1860, übernahm dessen ältester Sohn August die Leitung des Unternehmens. Er verstarb 1881. Seine Erben veräußerten die Manufaktur 1883 an die Brüder Simson, die Inhaber der bekannten Simson-Werke in Suhl. Aufgrund von Absatzschwierigkeiten, mit denen bereits August Henneberg zu kämpfen hatte, stellten die neuen Besitzer die Produktion von Zier- und Gebrauchsporzellanen ein und spezialisierten sich auf die Herstellung von Küchengeräten.

Damit fand die Ära des Gothaer Porzellan nach mehr als 150 Jahren ihr Ende. Etwa zur gleichen Zeit, an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, rückte das Gothaer Porzellan erstmals in den Blickpunkt musealer Sammelinteressen. Karl Purgold, von 1890 bis 1934 Direktor des Herzoglichen Museums zu Gotha, tätigte sowohl aus dem Kunsthandel, als auch aus Privatbesitz umfangreiche Erwerbungen und legte somit den Grundstock für die inzwischen mehr als 1.000 Stücke umfassende Gothaer Porzellan-Sammlung des heutigen Schlossmuseums der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.