FORTSCHRITT

KAESTNER PORZELLAN

„In klarer Erkenntnis der notwendig kommenden Umwälzung in Kultur und Politik haben wir schon 1928 die spielerischen Geschmacklosigkeiten des damaligen „modernen“ Stils verlassen und haben als erste Porzellanfabrik Gebrauchsgeschirre geschaffen, denen wir den wegweisenden Namen „Reform“ und Fortschritt gaben.“ Die Tat, der deutschen Porzellanindustrie den neuen, edlen, schlichten Stil gegeben zu haben, nehmen wir mit aller Entschiedenheit für unser Werk in Anspruch. Erst nachdem wir mit vieler hingebender Liebe und mit großen Kosten den Weg bereitet hatten, folgten die Staatsmanufakturen und einige Privatfabriken. Aber wir sind nicht auf halbem Wege stehen geblieben. Die besondere Note, die alle unsere Schöpfungen auszeichnet, haben wir zur Reife und Vollendung geführt in unserer neuen gediegenen Geschirrserie. (Quelle unbekannt)

KAESTNER PORZELLAN

Kaestner Porzellan zu führen,weil eine geistig und kulturell hochstehende Verbraucherschaft nicht mehr durch geschmacklos- bizarre Serienware oder durch plumpe Nachahmungen befriedigt werden kann,sondern die edel-schlichte Reinheit unserer Schöpfungen verlangt. Die deutsche Frau, die sich ihrer kulturellen Sendung bewußt ist, nimmt nicht jede willkürliche Schöpfung als „neue Form“ an, sondern wählt aus der Masse des Angebotenen nur das, was wirklich besser ist als das alte und in seiner organischen Ausformung ausdem Werkstoff heraus und in seiner überzeitlichen Schönheit wirklich Sonderklasse in Material, Form- und Farbgebung darstellt.“

Fortschritt
Fortschritt
Fortschritt
Fortschritt

ARTHUR HENNIG

Wiederum hat Professor Hennig für die Porzellanfabrik Friedrich Kaestner G. m. b. H. Oberhohndorf bei Zwickau ein neues Kaffee- und Teegeschirr geschaffen, das die Aufmerksamkeit der Fachwelt wie auch des Publikums auf sich lenken wird. Wie immer, ging auch hier der Künstler von einer Gesamtvorstellung aus, die alle Teile des Geschirrs beherrscht und die aus den Einzelformen ein abgerundetes Ensemble schafft. Ebenso ist wieder jedes einzelne Stück völlig harmonisch so durchgebildet, damit „nichts aus dem Rahmen fällt“, daß jede der elegant fließenden Linien nur aus dem Gesamten sich ergibt. Der Grau-Silber-Gold-Dekor, den wir in unserer Abbildung zeigen, ist mit vorteilhafte Zurückhaltung behandelt, sodaß die Schönheit der reinen Form gut zur Geltung kommen kann. Man darf die Firma Kaestner ebenso wie dem entwerfenden Künstler zu den neuen Service Fortschritt beglückwünschen.

FORTSCHRITT SERVICE

Porzellanformen, die aus der Klasse von Prof. Hennig der Staatl. Keramischen Fachschule Bunzlau kommen, haben immer einen eigenartigem Reiz. Sie sind die „Charaktere“ in der Masse der Porzellan waren. Die Porzellanfabrik Friedrich Kästner, G.m.b.H. Oberhohndorf hat eines dieser Service mit Namen Fortschritt auf den Markt gebracht. Was hier besondere auffällt, ist ein ganz neues Durchdenken der Gestaltungsprinzipien bei gewissen Geschirren. Bisher konnte man sagen: eine Kanne „besteht“ ans Fuß, Bauch, Hals, Henkel und Schnaube. Bei diesen neuen Formen „besteht“ die Kanne überhaupt nicht aus Teilen, so wenig wie ein Hundekopf aus Schnauze, Augen und Ohren „besteht“.

Der „Bestand“ hängt hier in allem Teilen unzergliederbar zusammen, ist von vornherein zusammen-gedacht. Ein Beispiel: Von der Schnaube geht eine schön geschwungene Linie bis zum Henkel, der keinen „Ansatz“ mehr hat, sondern diese Linie einfach aufnimmt, fortführt und wieder verlaufen läßt. Diese Formen sind fern von jeder schematischen Reißbrettarbeit ganz plas-tisch empfunden. Sehr apart wirken auf den schwingenden Körpern als Gegensatz die strengen, geometrisch einfachen Dekore. Nicht als Experimente sind diese neuen Geschirre zu werten, sie bedeuten vielmehr eine willkommene künstlerische Bereicherung der schon bestehenden Geschirrformen.