Fabrikmarken

Fabrikmarken als Herkunftsbestimmung
im 18. Jahrhundert

Für die Herkunftsbestimmung einer Porzellanfigur des 18. Jahrhunderts bieten sich viele Hilfsmittel. Das untrüglichste Kennzeichen sind zunächst die zumeist der Sockelunterseite oder dem Sockelrande aufgemalten Fabrikmarken, durch die sich die einzelnen Manufakturen schon früh das geistige Eigentumsrecht an ihren Modellen gesichert haben.

Die häufigste Form dieser Marken ist, nach dem Vorbild Meissens, die von Wappenbildern, oder ganzen Wappenschilden. Neben den weltbekannten gekreuzten Schwertern Meissens erscheint der österreichische Bindschild in Wien, das Szepter der königlichen Manufaktur in Berlin, der (nicht aufgemalte, sondern regelmäßig mit einem kleinen Stempel, häufig auch in ornamentaler Verwendung an sichtbarer Stelle der Schauseite eingepreßte) bayerische Rautenschild in Nymphenburg, das sechsspeichige Rad als Wappen von Kurmainz in Höchst, das fürstbischhöfliche Kreuz in Fulda, der von einem Fluß mit drei schwimmenden Fischen durchzogene Schild in Ansbach, der einschwänzige, steigende pfälzische Löwe in Frankenthal, der doppelt geschwänzte hessische Löwe in Kassel, die gekreuzten schwarzburgischen Gabeln in Volksstedt in Thüringen.


Fabrikmarken

Fabrikmarken bzw. Bodenmarken der Porzellanmanufaktur
Wallendorf


Andere Manufakturen – oder auch die gleichen Manufakturen während besonderer Arbeitsperioden – führen als Marke die Namensinitialen des Unternehmens und Farbrikleiters oder des fürstlichen Fabrikherrn: Ludwigsburg das doppelte C des Herzogs Carl, Frankenthal das verschränkte CT Carl Theodors, Ansbach neben dem (oft wie in Nymphenburg mit einem Stempel eingepreßten) Wappenschild das A des Markgrafen Alexander. In der vorfürstlichen Zeit von Frankenthal markieren Paul und Josep Adam Hannong als Fabrikleiter mit ihren Namensinitialen, ebenso Wegely und Gotzkowski in Berlin, während Wilhelm von Rotberg in Gotha die ungewöhnliche Abkürzung aus dem Anfangs- und Endbuchstaben seines Namens, R-g, wählte.

Als dritte Hauptform endlich dient in einer ganzen Reihe von Manufakturen das Initial des Landes als Marke. F bedeutet Fürstenberg, ein doppeltes F die fürstbischhöfliche Manufaktur Fulda, ein ligiertes H und D Kelsterbach in Hessen-Darmstadt, PZ und CV verschränkt Ottweiler in Pfalz-Zweibrücken und Kloster Veilsdorf in Thüringen, L oder L mit B verbunden Limbach, G Gera oder Gotha.

Alle diese Wappen, Zeichen und Buchstabenmarken mit ihren mannigfaltigen, zum Teil Arbeitsperioden angebenden, zum Teil in ihrer Bedeutung noch nicht aufgeklärten Beizeichen und Varianten sind, wo sie nicht wie in Nymphenburg stets, in Wien, Höchst und Ansbach bisweilen, eingestempelt sind, mit kobaltblauer Unterglasurfarbe in so freiem, dem Zeitstil entsprechenden handschriftlichen Duktus dem verglühten Scherben aufgemalt, dass schon diese, besonders in der Frühzeit oft ganz grosszügig gestaltete Form der Markierung nicht ohne einen gewissen künstlerischen Reiz ist.


Link:  Bodenmarken


Link:  Herkunftsbestimmung durch Sockel bei Meissner Figuren

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