AUGUST BAUSCHER

August Bauscher (*31.10.1849 † 11.05.1917), in einem Bericht des Unternehmens die kühle und doch sachliche Bemerkung: Am 11. Mai 1917 ist nach kurzem, aber schweren Leiden Herr August Bauscher in München, wo er im Sanatorium des Hofrats Dr. Decker Heilung suchte, aus dem Leben geschieden. Ein Leben für die Idee: Porzellan für die Gastronomie. Bis dahin allerdings mit einer Weltmarke, hinter der Personen, zwei Brüder standen. Jetzt hatte sich der Name „Bauscher“ selbstständig gemacht. Als sinnverwandtes Wort für ein Produkt! Für ein besonderes Produkt in besonderer Qualität. Für Ideen, die nicht sterben – für die Zukunft.

Die Porzellanfabrik Weiden ging in den folgenden Jahren ihren eingeschlagenen Weg mit Höhen und Tiefen. Ab 1927 wurde das Unternehmen von der Hutschenreuther Aktiengesellschaft übernommen und mauserte sich zu einer der „grössten Hotel Porzellanfabriken. Auch nach dem 2. Weltkrieg brachte für Bauscher enorme Zerstörungen und Verluste, die in mühseliger Arbeit und grossen Kosten beseitigt werden konnten. 1945 wurde das Dekorgebäude, das Lager und das Schmelzhaus durch Bomben zerstört.

Gastronomie Porzellan

Bauscher Weiden war vor und nach dem 2. Weltkrieg der grösste Hersteller von Gastronomie Porzellan

Trotz der verheerenden Auswirkungen des zweiten Weltkrieges, konnte der Wiederaufbau des Fabrikgebäudes alsbaldig vorgenommen werden und schon in den Jahren 1953 bis 1956 war es möglich, unter der Leitung und Planung von Roland Dorschner, die erste Tunnelofenanlage mit mehreren Tunnelöfen fertigzustellen. Der ganze Betriebsablauf wurde auf die neue Technik umgestellt. Baucher erhielt so eine der modernsten Fertigungen der Porzellanindustrie. Mit einer Fertigungskapazität von 25 Millionen Stück Porzellan, mit hochmodernen Betriebseinrichtungen ging es nun stetig aufwärts. Bald war Bauscher in mehr als hundert Ländern auf allen Kontinenten dieser Welt mit einer „Weltmarke des Hotelporzellans“ – grösste und älteste Spezialfabrik für Gastronomieporzellan, konnte sich „Bauscher Porzellan“ erneut in der weiten Welt behaupten.

Der Zauber der grossen weiten Welt tut sich auf – Namen von fast märchenhaften Klang: von Kairo, Bagdad bis zu den Bermudas. Da stehen auf Speisekarten, oft in fremden Schriftzügen, die schmackhaften Spezialitäten ferner Länder, Tausende von Kilometern trennen die Gäste, die sich daran freuen; keiner weiß von anderen, und doch essen und trinken alle vom gleichen Geschirr, das aus der Bauscher Fabrik, Weiden in der Oberpfalz kommt – Tausende von Kilometern entfernt.